Mittwoch, 16. Juni 2021

Zeit für den nächsten Schritt

Heute ist der Tag an dem ich wieder mit dem regelmässigen Schreiben beginne.
Schreiben hilft mir immer meine Gedanken zu ordnen und Klarheit für mich zu schaffen. 

Es ist wieder Juni... es ist wieder so viel passiert in den letzten zwei Jahren. Obwohl es sich auf der einen Seite anfühlt als wäre die Zeit (besonders während der Pandemie) eingefroren, weiß und spüre ich sehr deutlich wie groß die Veränderungen sind. 

Nach zwei Jahren als Office-Managerin und Assistentin der Geschäftsleitung ist Zeit für den nächsten Schritt. Ich war für ein Jahr sehr zufrieden mit meinem Job bei nebenan.de. Ich liebe die Idee der Vernetzung von Nachbar*Innen und das großartige und inspirierende Team. Ich habe soviel gelernt und bin super dankbar. 

Warum ziehe ich dann doch wieder los? 

Ich habe meine Vertragsverlängerung klar verhandelt und wir sind nicht zusammen gekommen. Wenn es auf den ersten Blick nicht wie ein Erfolg aussieht, so fühlt es sich doch wie einer an. Ich konnte klar sagen wofür ich stehe, was ich bereit bin zu leisten und was ich dafür verdienen möchte. 

Eine richtig gut vorbereitete Verhandlung auf Augenhöhe.

Auch wenn ich danach natürlich traurig und enttäuscht war, gab es bald ein starkes Gefühl von: "Ok, dann ist wohl der Zeitpunkt für den neuen, nächsten Schritt." Das Universum hat immer einen Plan. Ich bin fertig mit Office-Management und auch mit Assistenz. Ich kann das alles und mache das auch gerne aber ich brauche auf Dauer meinen eigenen Bereich in dem ich Handlungs- und Entscheidungskompetenz leben kann. 

Auch das Angebot der Teamleadstelle im Office-Management ist dafür nicht ausreichend für mich.

Jetzt genieße ich erstmal den Sommer ohne Arbeit - ich werde reisen, Freunde besuchen und danach irgendwann den nächsten Schritt machen.

Einen "kleinen" Schritt habe ich bereits getan. Seit Mai arbeite ich freiberuflich als Beraterin, Coach und Speakerin. Ich berate Menschen die eine Unternehmensidee haben und dazu Brainstorming, Feedback, Anregungen, usw. brauchen. Außerdem spreche ich zum Thema "New Work" und agiles Arbeiten.

Am Anfang bedurfte es Mut, tiefes Durchatmen und hinsehen und -spüren. Einige meiner Glaubenssätze standen mir ziemlich im Weg.
"Ich soll Leute beraten können? Ich hab doch von nix eine Ahnung.", "Vortrag auf Englisch? Die lachen mich doch aus!", "Freiberuflich? Ist doch nur ein anders Wort für "arbeitslos"!"
Atmen, reflektieren - Woher kommen diese einschränkenden Glaubenssätze die nur Angst machen und mich davon abhalten dass zu tun wozu ich Lust habe? 
Ich bin mit dem Glaubenssatz aufgewachsen: "Eine gute und sichere Festanstellung, am besten in einem soliden Großunternehmen, ist immer allen Experimenten vorzuziehen." 
Dieser Satz prägt bis heute mein Denken und Handeln.
 Ich kann diese Idee meiner Eltern zum Thema "Arbeit" verstehen und für ihre Situation nachvollziehen. Sie wollten immer das Beste für ihre Kinder und dazu gehört für sie auch finanzielle Sicherheit und Kontinuität. 

Seit dem Tod meines Vaters vor 6 Jahren und meiner Auszeit in Neuseeland vor 12 Jahren ist mir aber auch so viel bewusster, dass das Leben kurz ist und ich die einzige Person bin, die es gestalten kann. Finanzielle Sicherheit und Kontinuität ist auch für mich sehr wichtig - ich lebe sehr sparsam und habe immer ausreichend Geld auf der hohen Kante (sonst würde ich mir so Auszeiten auch nicht gönnen). Kontinuität zeigt sich bei mir aber eher durch kontinuierliche Veränderungen :-)

Zeit für Aufbruch, Wachstum, neue Perspektiven & Erlebnisse. 

Ich freue mich drauf.


Sonntag, 23. Februar 2020

Seidentäschchen und Schweineöhrchen

"Es gibt Menschen, die sind Seidentäschchen - Du bist eher ein Schweineöhrchen!".

Wenn eine Freundin mir so einen Satz ins Gesicht wirft und wir beide daraufhin in Gelächter ausbrechen, dann spüre tief in meinem Herz, mit welchem Glück ich in diesem Leben gesegnet bin.

Ich habe Menschen um mich, die mir sagen, was sie über mich denken. Die mich spiegeln, mit mir gemeinsam reflektieren und diskutieren, lachen und weinen. Menschen mit denen ich eine Offenheit pflege die auf Liebe und Vertrauen basiert, mit denen ich meine Geschichten, Gefühle und Gedanken teile. Menschen, die sehr unterschiedlich sind und wir uns vielleicht gerade deshalb so gut ergänzen. Wenn ich Zeit mit diesen Menschen verbringe, bin ich anschließend so viel klarer, habe Antworten auf so mache Frage (manche davon habe ich noch nicht mal gestellt ;-)) und so energiegeladen.

Dankbar für diese Menschen in meinem Leben.




Mittwoch, 22. Januar 2020

Was brauchst Du wirklich?

In meinem Terminkalender (Er heißt: "Ein guter Plan" und ich kann ihn bedingungslos empfehlen) steht für diese Woche als Denkanstoß: "Wollen ist nicht dasselbe wie brauchen".

Logisch! - Denke ich und dann beginnt es in meinem Kopf zu arbeiten und ich merke schnell: Es lohnt sich.
Es ist wenig was ich wirklich brauche: Essen, Trinken, Kleidung, ein Dach über den Kopf, Schlaf, Liebe, Freunde. Schon diese Dinge sind zum Teil Auslegungssache und werden von den unterschiedlichsten Menschen auch unterschiedlich interpretiert. Wie groß soll das "Dach überm Kopf" sein? Wie viel Kleidung braucht man wirklich? Reicht Essen oder ist es eigentlich "Genuss" auch ein Brauchen? Kann man nicht auch ohne Liebe oder Freunde leben?

Ich besinne mich wieder auf mich und lasse mal die Anderen außen vor.

In den letzten zwei Jahren habe ich meinen materiellen Besitz mindestens halbiert. Habe verkauft, verschenkt, entsorgt... Spätestens als klar war, dass ich aus meiner 68qm-Meter-3-Zimmer-Wohnung in eine 1,5 Zimmerwohnung mit "nur" 40qm umziehen werde, musste ich viel meines "Krams" loswerden. Vom Verkauf der meisten Möbel und meiner Küche über das Verschenken von Bilderrahmen, Vasen und Kerzen bis hin zum Entrümpeln des Kellers... mit jedem Abschied eines Gegenstandes wurde mein Herz leichter und mein Kopf klarer. Alles, was ich nicht mehr besitze, braucht meine Aufmerksamkeit nicht mehr, muss nicht aufgeräumt, geputzt oder gepflegt werden und bringt Platz, Luft und Raum. Von vielen Dingen habe ich mich liebevoll verabschiedet: Meine Küche in der ich viel leckeres Essen gekocht, Zeit mit Freunden verbracht und so viel handwerkliche Arbeit gemeinsam mit Markus gesteckt habe. Mein grüner Kühlschrank - groß, toll aber für eine Person einfach überdimensioniert. Meine Holzkommode die ich von einer Nachbarin "geerbt", abgeschliffen und lackiert habe. Zum Glück hat dieses Schätzchen als Dauerleihgabe eine neue Heimat in Bettis Wohnzimmer gefunden.

In meiner neuen Wohnung in Friedrichshain lebe ich gerne. Ich vermisse kein einziges Stück was ich weggegeben habe.
Viele meiner Besucher sagen: "Deine Wohnung ist so schön und du lebst wirklich minimalistisch". Ich habe das Gefühl noch immer zu viel Kram zu besitzen. Von Zeit zu Zeit verschenke ich mal wieder ein paar Sachen über ebay-Kleinanzeigen oder nebenan.de, freue mich über die glücklichen Gesichter der Abholenden und über das Gefühl wirklich wenig Materielles zu brauchen.

Lass los was Dich festhält, was Dich vom Abheben abhält...


Mittwoch, 12. Juni 2019

Alles neu macht der Mai

Letztes Jahr im Mai war ich auf dem Jakobsweg. Heute ist das für mich eine irritierende Erinnerung. Ist es wirklich erst ein Jahr her? Gefühlt sind diese Erlebnisse noch nicht so lange her - gleichzeitig habe ich das Gefühl die Menschen, denen ich begegnet bin, schon so viel länger zu kennen.

Ein Jahr ist rum und ich habe es ungeplant geschafft mein ganzes Leben einmal auf den Kopf zu stellen. Vor einem Jahr war ich Schwimmtrainerin und habe in Mariendorf gewohnt... Heute wohne ich im hippen Friedrichshain, arbeite als Office Managerin in Kreuzberg, bin Vegetarierin, habe meine Bank aus Nachhaltigkeitsgründen gewechselt, bin Single und voller Lebensfreude und Energie.

Zwischendurch bin ich selbst erstaunt wie wenig mir Veränderungen ausmachen. Natürlich gibt es immer mal auch Zweifel und ein Innehalten. Insgesamt habe ich in den letzten Jahren aber für mich gelernt meine Ängste, als das wahrzunehmen, was sie in Wirklichkeit sind: Sie sind Achtungszeichen, die mich Aufmerksam machen, aber nicht aufhalten sollen. Wenn heute eine Angst auftaucht traue ich mich hinzusehen und zu ergründen was wirklich dahinter steckt. Ich bin nicht mehr bereit mich von meinen Ängsten steuern oder einschränken zu lassen. So kann ich heute um so mehr ich selbst sein - die Angst, dass andere mich komisch finden könnten, habe ich zum Glück schon länger abgelegt. :-)


Sonntag, 10. März 2019

Wie die Zeit vergeht...

Als Kind fand ich es immer seltsam, dass die alten Leute sagten,  im Alter verginge die Zeit so schnell. Heute weiß ich nur zu gut was Sie meinen. Die Zeit rast. Auf einmal ist es schon über ein Jahr her, dass ich den Entschluss gefasst habe zu kündigen und mich noch mal auf meine eigene Reise zu begeben.

Es fühlt sich unwirklich an, was alles in diesem Jahr geschehen ist und wenn ich meine eigenen Blogeinträge lese, erwische ich mich dabei, dass ich denke: Wow. Die macht ja spannende Dinge, die würde ich mal gerne auf einen Kaffee treffen. Und dann stelle ich irgendwie irritiert fest, dass ich selbst diese Person bin. Ich mache mir also mal einen Kaffee :-)

Mir wird immer wieder empfohlen ein Buch zu schreiben. Über das Leben, über den Jakobsweg, über das Reisen oder selbst jetzt über meine Zeit als Arbeitslose. Ich muss dann immer ein wenig schmunzeln... ich habe viel zu viel Freizeitstress um nebenbei noch ein Buch zu schreiben. In 2019 war ich schließlich schon in Marokko, in Rosenheim und Köln. Ich habe an Comfort-Zone-Challenges, Eye-Contact-Experience und New Work Meetups und einem Improtheater-Workshop teilgenommen und habe Langhanteltraining, Spinning und Bodyattack für mich entdeckt. Es vergeht keine Woche in der ich nicht etliche Dinge vorhabe, Neues ausprobiere oder verabredet bin. Ich fühle mich wie eine Rentnerin auf Zeit - die haben schließlich auch immer irgendwas vor.

Nebenbei habe ich auch eine Anzeige in einem Berliner Newsletter veröffentlicht in dem ich anbiete Menschen beim Aufräumen, Entrümpeln und Aussortieren zu unterstützen. Es gab etliche Rückmeldungen und ich habe die ersten Missionen schon erfüllt.

Ich genieße diese Zeit sehr. Die Begegnungen, die Herausforderungen, die Möglichkeit mich auszuprobieren und daran immer auch ein wenig zu wachsen.

Das Leben ist Veränderung. Sei offen, mutig und fröhlich.

Sonntag, 17. Februar 2019

Meine Komfortzone und ich...

Letzte Woche war ich auf einer speziellen Veranstaltung. "Comfort-Zone-Challenge" - verlasse Deinen Komfortbereich, setz Dich absichtlich unangenehmen Situationen aus, händel Deine Angst und wachse daran.

Huh... Gesagt, getan! Nach einem kurzen einführenden Vortrag ging es mit unterschiedlichen "Aufgaben" raus auf die Straße. Wer mich etwas kennt weiß, dass ich in vielen Situationen (die anderen schon peinlich oder unangenehm sind) nicht ängstlich oder schüchtern bin. Meine erste Aufgabe lautete also: "Mach einer fremden Person ein Kompliment - am besten jemanden der Dich einschüchtert!". Als ich also drei Russen vor dem Porsche-Showroom ansprach, um ihnen zu sagen, dass ich es cool finde, das sie alle die gleiche Mütze tragen, hatte ich schon unheimliches Herzrasen. Auch dem Rappertypen in der U-Bahnstation zu sagen, dass seine Turnschuhe der Knaller sind, führte zu etwas Angstschweiß auf meiner Stirn. Beide Aktionen brachten mir aber ein Lächeln von den Personen gegenüber ein und gaben mir die Erkenntnis, dass es wirklich nicht schlimm ist andere Menschen anzusprechen. Fremde Menschen auf der Straße zu umarmen oder mit ihnen ein Selfie zu machen fiel mir relativ leicht. Auch einer fremden Person einen schlechten Witz zu erzählen ist für mich keine Herausforderung (eher überhaupt einen schlechten Witz zu kennen.... kommt der Cowboy vom Frisör, ist das Pony weg).
Seit dieser Veranstaltung versuche ich also jeden Tag mich selbst etwas zu fordern und bewusst meine Komfortzone zu verlassen. Fremden Menschen ein Kompliment zu machen oder sie darauf hinzuweisen, dass ihr Rucksack offen ist fällt mir mittlerweile leichter. In der Öffentlichkeit eine Stehgreifrede zu halten, in der U-Bahn laut die nächste Station anzusagen oder eine fremde Person zu fragen was ihr erster Gedanke war als sie mich gesehen hat.... alles noch in Arbeit :-)

Gib der Angst nicht so viel Raum in Deinem Leben!

Montag, 24. Dezember 2018

Last Christmas

... noch nie war dieser Weihnachtsklassiker für mich so passend wie in diesem Jahr.

Weihnachten.... eine sehr spezielle Zeit. In diesem Jahr fällt mir besonders auf wie gestresst, unglücklich und Konsum-gesteuert die meisten Menschen unterwegs sind. Es scheint mittlerweile Pflicht zu sein sich gegenseitig Dinge zu schenken. Dinge, die der oder die Beschenkte oft gar nicht braucht oder haben möchte. Trotzdem wird wie wild ausgesucht, gekauft und bestellt. Immer den Druck im Nacken, dass es hoffentlich teuer und gut genug ist.

Gestern im Supermarkt schob ich einen Einkaufswagen ein Stück zur Seite, um an das dahinterliegende Regal zu kommen. Gleich eilte ein Mann herbei, entschuldigte sich und schob den Wagen weg. Ich sagte nur: "Kein Stress, alles gut". Seine Antwort lautete: "Es ist nie alles gut". Dann setzte er mit gestresster Miene seinen Einkauf fort.
Eine Begegnung, die mich nachhaltig schockiert hat - einen Tag vor Heiligabend.

Uns wird vorgegaukelt, dass nur das richtige Geschenk, das richtige Essen, die richtige Kleidung, der richtige Musikkanal und das richtige Ambiente für ein RICHTIGES Fest sorgen könnte. Und natürlich muss man Weihnachten mit seiner Familie verbringen, seinen engsten Freunden mindestens eine WhatsApp schicken... Die Geschenke müssen teuer und schick verpackt sein.

Was für ein Stress, was für Erwartungen... Kein Wunder, dass so viele sagen sie sind überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung. (Auch so eine Erwartung... in Weihnachtsstimmung sein zu müssen...)
Und erst das Wetter.... hält sich irgendwie auch nicht an die weihnachtlichen Vorgaben.

Ich atme durch, versuche mich von vielen Dingen frei zu machen. Wenn jemand mir etwas schenken möchte freue ich mich sehr - ich mache mir aber nicht den Stress selbst zum Schenken verpflichtet zu sein. Weihnachten mit meiner ganzen Familie ist mir zu anstrengend und nach einer Stunde Weihnachtsmusik höre ich auch gerne wieder meine persönlichen, manchmal unbesinnlichen, Lieblingslieder. Auf überflüssigen Konsum verzichte ich schon seit Monaten und genieße das Gefühl durch die Stadt zu laufen ohne etwas zu "brauchen".

Ich wünsche euch also eher befreite und fröhliche Weihnachten. Habt den Mut "Nein" zu Erwartungen zu sagen, findet Ruhe und Freude an den Kleinigkeiten. Und vielleicht habt ihr Lust euch selbst ein schönes Geschenk zu machen. Wie wäre es mit einem bewegenden, mutmachenden, motivierenden oder romantischen Brief an dich selbst der dir in einem Jahr per Mail zugestellt wird? So etwas wunderbares ist hier möglich: https://www.futureme.org/

Habt fröhliche und entspannte Feiertage!